Geschichte des Sachsenhofs
& Bad Klosterlausnitz
Wie ein Gärtner, Zimmermann und Gastwirt einen Kurort erschuf und wie aus einem einfachen Gasthof eines der bekanntesten Pensionshäuser Thüringens wurde.
1929 – Geburtsstunde des Klosterlausnitzer Moorbades
Der Gärtner, Zimmermann und Gastwirt Hermann Sachse kommt auf den Gedanken, nach der Entdeckung der Moorerde in den nahegelegenen Sümpfen, diese zu Heilzwecken zu verwenden. Er richtet in seinem Gasthof „Zur Weinschänke" ein Moorbad ein. Die Moorbäder werden in Holzwannen verabreicht.
Das Lausnitzer Moor wird als eines der Besten in Deutschland bezeichnet. Hermann Sachse erkannte nach einer Anwendung an sich selbst die Heilkraft des Moores. Nach erfolgreicher Behandlung seiner gebrochenen Kniescheibe errichtete er im heutigen „Sachsenhof" das erste Moorbad.
Bereits 1931 wurde das Sachse'sche Moorbad von der Gemeinde übernommen. Am 19. September 1932 wird dem Ort Klosterlausnitz der Titel „Bad" zuerkannt. Klosterlausnitz darf sich seither „Bad Klosterlausnitz" nennen.
Somit ist die Entwicklung vom damaligen „Klosterlausnitz" zum Kurort „Bad Klosterlausnitz" eng mit der Person von Hermann Sachse verbunden. Zur Bewältigung der ansteigenden Patientenzahlen wurde im Jahr 1938 durch die Gemeinde beschlossen, ein Gebäude für ein neues Moorbad zu errichten, das heutige Kurmittelhaus.
Die wichtigsten Jahreszahlen
Erste Übernachtungsgäste
Bereits seit dem Jahr 1880 konnte man im Sachsenhof geruhsame Nächte verbringen. Als erster Holzlandort beherbergte Klosterlausnitz schon vor dem Bau der Bahnstrecke Weimar–Gera erholungssuchende Fremde.
Offizielles Geburtsjahr des Kurortes
Der offiziell auf 1881 angenommene Termin als Geburtsjahr des Kurortes ist entgegen den Tatsachen zu weit hinausgeschoben worden. Tatsächlich kamen Gäste schon früher.
Erstes Moorbad in Klosterlausnitz
Hermann Sachse entdeckt die Heilkraft der Moorerde und richtet im Gasthof „Zur Weinschänke" das erste Moorbad ein. Die Bäder werden in Holzwannen verabreicht. Das Lausnitzer Moor gilt als eines der heilkräftigsten Deutschlands.
Gemeinde übernimmt das Moorbad
Das Sachse'sche Moorbad wird von der Gemeinde Klosterlausnitz übernommen und weitergeführt.
Klosterlausnitz erhält den Titel „Bad"
Am 19. September 1932 wird dem Ort Klosterlausnitz der Titel „Bad" zuerkannt. Seither heißt der Ort offiziell Bad Klosterlausnitz.
Bau des heutigen Kurmittelhauses
Die Gemeinde beschließt den Bau eines eigenen Gebäudes für das Moorbad. Das heutige Kurmittelhaus entsteht auf Basis der stetig wachsenden Patientenzahlen.
Geschichte Bad Klosterlausnitz
1132 wurde das Augustiner-Chorfrauenstift gegründet, wovon noch heute die Klosterkirche, eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika, zeugt. Klosterlausnitz wurde 1137 erstmals urkundlich erwähnt.
Nachdem diese Kirche im 16. Jahrhundert verfiel, erfolgte 1855 bis 1866 unter dem Herzog von Sachsen-Altenburg auf den freigelegten Fundamenten ihr Wiederaufbau.
Durch seine waldreiche Umgebung ist Bad Klosterlausnitz der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen oder Radtouren, zum Beispiel in das nahegelegene Mühltal, in den Zeitzgrund oder zu den idyllisch gelegenen Sumpfwiesen.
Von den sieben Holzlanddörfern (Tautenhain, Weißenborn, Klosterlausnitz, Hermsdorf, Oberndorf, Reichenbach und St. Gangloff) ist Bad Klosterlausnitz ohne Frage bei weitem das Bekannteste. Mit seiner Verkehrsfrequenz kommt es den besuchtesten Badeorten Thüringens nahe.
Die stammverwachsenen Klosterlausnitzer waren von jeher ein anderer Schlag. Der Sitz der Verwaltung der Altenburger Staatsforsten, das frühere Kloster und der Wohnsitz von Ärzten und zahlreicher gebildeter Herren begründeten den Ruf eines gepflegten Ortes. Nirgends mehr im Holzland waren Brettschneider, Muldenbauer, Steinmetzen und Holzhändler in dieser Zahl vertreten.
Berühmte Gäste des Sachsenhofs
Schon früh wählten bekannte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Politik den Sachsenhof für ihren Aufenthalt in Bad Klosterlausnitz.
Familie Carl Zeiss
Gründer des weltbekannten Zeiss-Optikwerks in Jena – in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bad Klosterlausnitz.
Otto Schott
Pionier der Glaschemie und Mitbegründer des Schott-Glaswerks in Jena – ein enger Weggefährte von Carl Zeiss.
Prof. Dobenecker
Thüringischer Historiker und Wissenschaftler, der die Region intensiv erforschte und dokumentierte.
Paul von Hindenburg
Generalfeldmarschall und späterer Reichspräsident der Weimarer Republik wählte den Sachsenhof für seinen Aufenthalt.